Die Macht des Zinseszins-Effekts

Zum Thema Zinseszins gibt es bereits Artikel und Videos wie Sand am Meer. Einige davon sind auch am Ende dieses Artikels verlinkt. Das Thema ist in meinen Augen aber so wichtig, daß ein weiterer Beitrag zum Thema Zinseszins nicht schaden kann. Tatsächlich habe ich selber dem Thema viel zu lange keine Beachtung geschenkt. In meinem Kopf war fest der Gedanke verankert, daß es ja ohnehin keine Zinsen gibt. Leider habe ich das Thema Börse an dieser Selle erst relativ spät als Chance erkannt. Dabei spielt die Zeit beim Thema Zinseszins eine entscheidende Rolle!

Betrachten wir hierzu ein einfaches Beispiel. Dabei gehen wir von einer monatlichen Sparrate von 50€ und einer jährlichen Verzinsung von 4% aus. Das Ganze sieht dann über einen Zeitraum von 25 Jahren wie folgt aus.

50€ monatlich bei einer jährlichen Verzinsung von 4%

Man kann hier schön sehen wie die eingezahlte Summe – der orange Balken – konstant größer wird. Jedes Jahr um 600€ (= 12 x 50€). Die Zinserträge – in grün dargestellt – wachsen jedoch überproportional. Betrachtet man nur die ersten paar Jahre hätte man schnell denken können, daß sich das ganze Sparen ohnehin nicht lohnt.

Die eingezahlte Summe – ohne Zinsen – liegt bei 15.000€
Die Zinsen summieren sich über die 25 Jahre auf 9.987,54€
Die angesparte Summe liegt nach 25 Jahren bei 24.987,54€

Dabei sind meine Berechnungen konservativ gewählt und die Zinsen fürs Vorjahr werden immer erst im Folgejahr aufaddiert.

Als Mensch fällt es einem einfach schwer sich Effekte über einen längeren Zeitraum vorzustellen. Und nach drei Jahren – auch schon eine lange Zeit – bekommt man auf das Jahr gesehen gerade mal 48,96€ Zinsen. Im Jahr 25 sieht das dann allerdings ganz anders aus. Durch die beständige Sparrate und den Zinseszinseffekt erhält man jetzt Zinsen von 937,98€. Das sind fast 1000,00€. Würde man das Geld dann zu 4% Verzinsung einfach nur stehen lassen sind das in jedem weiteren Jahr wieder knapp 1000,00€. Nicht wirklich schlecht für anfänglich 50€ monatliche Sparrate. Über noch längere Zeiträume – oder höhere monatlich Beträge wenn es möglich ist – ist der Effekt natürlich nochmal deutlich stärker.

Aber es gibt doch keine Zinsen

Jetzt kommen wir zu einem Problem an der ganzen Sache. Es gibt keine Zinsen mehr. Früher – also richtig viel früher – gab es locker vier bis fünf Prozent Zinsen auf dem guten alten Sparbuch. Heute bekommt man auf sein Tagesgeld vielleicht 0,1% Zinsen oder teilweise noch weniger. Da wird Inflation dann schon zu einem echten Problem. Faktisch wird das eigene Geld im Laufe der Zeit zwar nicht weniger, aber es ist definitiv immer weniger wert. Schauen wir nochmal auf unser obiges Beispiel, diesmal allerdings bei einer Verzinsung von 0,1%.

50€ monatlich bei einer jährlichen Verzinsung von 0,1%

Wenn man sehr gute Augen hat kann man irgendwo einen ganz kleinen grünen Zinsbalken erahnen. Das ist echt ein ziemliches Trauerspiel.

Der Name dieses Blogs läßt erahnen wie ich versuche das Problem fehlender Zinsen anzugehen: Durch die Investition in dividendenstarke Aktien. Ich rechne dabei mir einer Verzinsung von 3,5% bis 4%. Den Zinseszinseffekt erreiche ich durch eine Re-Investition der erhaltenen Dividenden in weitere Dividendenaktien.

An dieser Stelle muß leider noch einmal der Warnhinweis kommen. Die Entscheidung in Aktien zu investieren ist immer mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden. Diese Entscheidung muss jeder für sich selber abwägen. Dieser Artikel zeigt nur meinen ganz persönlichen Umgang mit diesem Thema auf.

Dieser Punkt mit den Aktien ist immer wie eine kurze Vollbremsung. Hier stehen Risiken im Raum, die man als Privatanleger ggf. auch nur sehr schwer abwägen kann. Das ist für mich auch der Grund warum der größere Teil meines Geldes immer noch auf einem Tagesgeldkonto vor sich hin vegetiert. Aber zumindest mit einem gewissen Teil meines Geldes möchte ich versuchen über Dividenden einen Zinseszinseffekt zu erreichen und diesen auch später in der Rente nutzen.

Werkzeuge und mehr zum Thema

Wer ausprobieren möchte wie sich die verschiedenen Werte wie Betrag, Zinsen und Laufzeit auf die angesparte Summe auswirken, findet im Netz diverse Zinseszinsrechner. Der Rechner bei Finanz-Tools bietet alle notwendigen Einstellmöglichkeiten und ist dabei nicht zu überfrachtet.

Natürlich haben sich auch diverse YouTuber schon mit dem Thema auseinandergesetzt. Darunter auch zwei meiner Favoriten. Hier spricht Patrick – von Patricks Finanzen – mehr aus dem Blickwinkel der ETFs über das Thema Zinseszins. Und auch beim Sparkojoten wird das Thema intensiv beleuchtet.


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