Non-fungible Tokens (NFTs) – Wofür?

Vielleicht liegt meine Faszination für das Thema der Non-Fungible Tokens in meiner Arbeit im IT-Bereich begründet. Aber keine Sorge: Das wird hier keine technische Abhandlung über Blockchain und Kryptographie. Dafür kenne ich mich in diesen Bereichen selber viel zu wenig aus. Dies ist der Versuch – mit Betonung auf Versuch – in einem kurzen Blogbeitrag den Anwendungsfall von NFTs zu erklären.

Ein NFT ist ein – nach heutigen Maßstäben – absolut fälschungssicheres digitales Zertifikat (Token). Es ermöglicht den Handel mit digitalen Gütern, die ansonsten ggf. relativ einfach kopiert werden können. Besitze ich das entsprechende NFT ist absolut zweifelsfrei und öffentlich bewiesen, daß ich der Eigentümer eines bestimmten digitalen Werks bin. Unabhängig davon wieviele digitale Kopien ggf. existieren.

Ein Künstler könnte zum Beispiel eine spezielle Version eines Liedes aufnehmen, welches er als Einzelstück verkauft. Trotzdem kann das Stück im Radio gespielt werden und kommt so auch digital – z.B. als MP3 – in Umlauf. Aber mit dem NFT kann der Käufer trotzdem nachweisen, daß er dieses Einzelstück besitzt. Das klingt zugegebenermaßen ein wenig absurd.

Ich würde das mit einem physikalischem Kunstwerk wie beispielsweise einem Portrait vergleichen. Eine Menge Leute können einen Abdruck davon besitzen und zuhause an der Wand hängen haben. Aber nur der Käufer besitzt das echte Gemälde und lagert es vermutlich in seinem Tresor.

Für mich ist dies die Fortführung eines Trends der schon länger existiert: Wir geben Geld für rein digitale Güter aus. Am Anfang waren es noch neue Klingeltöne für das Handy, dann die Musiksammlung bei iTunes und heute kaufen wir Gegenstände in Onlinespielen. Vermutlich haben noch nie so viele Menschen digitale Güter besessen wie heute, wenn man sich dessen überhaupt immer so bewußt ist.

Ethereum – “Das Internet der Vermögenswerte”

NTFs sind – neben der vermutlich bekannteren Kryptowährung – ein weiterer Anwendungsfall für Ethereum . Aber was genau bedeutet jetzt eigentlich “non-fungible” (im Deutschen “nicht-ersetzbar”)? Am einfachsten erklärt es wahrscheinlich ein kleines Beispiel: Ein zehn Euro Schein ist ersetzbar. Ich gebe einen Schein heraus und bekomme einen anderen wieder. Das macht für mich keinen Unterschied, denn hier geht es um den Wert den der Schein darstellt. Mein Computer mit seinen Daten ist nicht-ersetzbar. So würde ich diesen – inkl. aller Daten – nicht einfach gegen den Computer von meinem Nachbarn tauschen. Selbst dann nicht, wenn es dasselbe Modell wäre.

Mit einem ETF kann ich – anders als bei meinem zehn Euro Schein – den Besitz eines individuellen digitalen Werks nachweisen. Es ist möglich NTFs direkt auf einem Ethereum Marktplatz mit anderen Nutzern auszutauschen. Das wäre dann in der Tat eine Art digitales Tauschgeschäft. Wer das Thema ein wenig vertiefen möchte findet auf der NFT-Webseite von Ethereum noch weitere Informationen.

Ein aktuelles Beispiel für einen NFT ist der erste Tweet von Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey. Hier gibt es dazu einen kurzen Bericht.

Aber ich finde einen besseren Eindruck liefert ein Blick auf das NFT hier:
https://opensea.io/assets/matic/0x28009881f0ffe85c90725b8b02be55773647c64a/20

Auf der Webseite kann man z.B. sehen wann die Transaktion statt gefunden hat. Man kann sich auch weitere Eigenschaften anschauen bis hinunter auf die Informationen in der Blockchain:
https://explorer-mainnet.maticvigil.com/address/0x28009881f0Ffe85C90725B8B02be55773647C64a/transactions

Ach ja: Und es ist natürlich direkt möglich ein Kaufangebot zu machen. Das Startgebot dürfte so bei ca. 2,5 Millionen Euro liegen würde ich schätzen.

The next Big Thing?

Sind NFTs die nächste große Sache im Internet? Sicherlich ist es zu früh um das jetzt schon zu beurteilen. Es ist auf jeden Fall ein sehr interessantes Anwendungsgebiet, welches auch noch viel Potential hat. Dahinter steckt denke ich auch durchaus die gute Absicht – aktuell insbesonderen Künstlern – eine neue direkte Platform für den Handel anzubieten. Dabei gilt derselbe dezentrale Ansatz, der auch bei den Cryptowährungen beworben wird.

Auf der Schattenseite steht definitiv der sehr hohe Stromverbrauch für diese Technologie. Hier muß sich in der Zukunft definitiv noch was tun. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt wie sich das Thema Non-fungible Token weiter entwickeln wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.