Twitter sei Dank – Ein Trauerspiel endet

Wer hier schon ein wenig länger dabei ist, hat vielleicht schon eine Ahnung um welches Trauerspiel es sich hier handelt. Exakt, es ist meine Position der Commerzbank-Aktie. Diese liegt muntere 95% im Minus. In grün und rot sieht das dann wie folgt aus:

Trauerspiel – Suchbild

Die Aktie der Commerzbank, genau wie die RWE-Aktie, stammen noch aus meiner ersten Börse-Phase (2009). Es muß an dieser Stelle so hart gesagt werden: Damals habe ich absolut planlos an der Börse agiert. Glücklicherweise hat mir das aber zum Ausgleich auch eine Daimler-Aktie mit fast 200% Plus eingebracht. Das hätte allerdings auch alles übel ins Auge gehen können.

Bislang war ich nun in der irrigen Annahme es wäre nur möglich Gewinne und Verluste aus Aktienverkäufen im selben Jahr gegeneinander aufzurechnen, um so Abgeltungssteuer zu sparen. Das habe ich im letzten Jahr auch schon gemacht, als ich einen Teil des Gewinns meiner Daimler-Aktien gesichert habe. Gleichzeitig habe ich dann eine passende Anzahl Commerzbank-Aktien veräußert. Nur nebenbei bemerkt war der Verkauf eines Teils meiner Daimler-Aktien rückblickend keine so gute Idee. Aber das ist eine andere Geschichte.

Verlustverrechnungstopf

Nun habe ich vorläufig keine weiteren Aktienverkäufe geplant und schaue jeden Tag auf dieses Debakel meiner CoBa-Position. Um den Schmerz ein wenig zu lindern, teile ich das auch regelmäßig auf Twitter. Dort habe ich dann auch das entscheidende Stichwort bekommen: Verlustverrechnungstopf oder auch Steuerverrechnungstopf! Vielen Dank nochmal für diesen Tip an NilsInvest. Vermutlich konnte er das ewige Gejammer auch einfach nicht mehr hören ;-).

Kurz gesagt bedeutet das nach meinem Verständnis, daß die Verluste aus einem Jahr in spätere Jahre übertragen werden. So kann ich also Morgen meine Commerzbank-Aktien verkaufen und die Verluste in drei Jahren – mit dann anfallenden Gewinnen aus dem Verkauf von z.B. Tesla-Aktien – gegen rechnen. Dabei ist zu beachten, daß die eigene Bank diese Verluste dauerhaft verbucht. Ansonsten – oder bei Verrechnungen zwischen verschiedenen Depots – muß man dies bei der Steuererklärung angeben.

Wichtige Mitteilung: Ich bin Software-Entwickler und kein Steuerberater. Die Informationen auf meinem Blog sind immer sorgfältig recherchiert. Trotzdem können sich Fehler einschleichen. Also bitte bei finanziellen Entscheidungen immer selber noch einmal den konkreten Fall prüfen oder im Zweifelsfall bei Eurem Depot-Anbieter nach fragen.

Mein Aktiendepot liegt bei der ING und dort ist der Sachverhalt in einem FAQ auch nochmal gut erklärt. Man kann die Informationen auch direkt im eigenen Depot einsehen. Nach der Anmeldung – jetzt natürlich nur für die ING beschrieben – rechts oben auf Service (Zahnrad) klicken. Dann unter Steuern -> Daten und Bescheinigungen gibt es den Punkt Verlustverrechnungstöpfe. Dort kann man bei der ING den aktuellen Stand für sein Depot einsehen. Sicherlich geht das auf ähnlichem Weg bei den meisten Depot-Anbietern.

Was wenn die Aktie wieder steigt?

Warum verkaufen werden jetzt einige sagen. Die Aktie stört doch nicht und vielleicht steigt der Wert ja doch nochmal um 95%. Die vielleicht etwas spassig klingende – aber durchaus ernst gemeinte – Antwort auf diese Frage lautet: Diese Aktie stört nachhaltig das Chi in meinem Depot. Ich glaube absolut nicht an diese Aktie und empfinde es durchaus als psychologische Erleichterung diese jetzt einfach zu verkaufen. Das hat für mich auch nichts mit Buy & Hold zu tun. Der Kauf zu dem Kurs war einfach ein Fehler und der wird jetzt korrigiert.

Anders sieht es für mich bei RWE aus. Auch dort stehe ich mit 42% ziemlich im Minus. Tatsächlich glaube ich aber daran, daß die Aktie das über meinen Anlagehorizont noch wieder aufholen kann. Auch zahlt RWE – im Gegensatz zur Commerzbank – regelmäßig eine Dividende. Es ist aber auch gar nicht der Punkt Aktien “nur” zu verkaufen weil diese im Minus stehen. Das macht ja auch generell überhaupt keinen Sinn.

Im Fall meiner Commerzbank-Position bin ich aber sehr gerne bereit eine Ausnahme zu machen und meine Verluste zu realisieren.


Haftungsausschluss: Bei AktienTraum handelt es sich um eine rein private Seite zu Unterhaltungszwecken. Dies ist in keiner Form eine Anlageberatung und die behandelten Themen stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder anderen Wertpapieren da.

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