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Was ist die optimale Anzahl verschiedener Aktien im Depot?

Was ist die optimale Anzahl verschiedener Aktien im Depot? Und auch wenn es die Spannung hier direkt völlig raus nimmt: “Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung!”

Sucht man zu diesem Thema ein wenig im Internet so findet man so ziemlich alles zwischen 10 und 30 oder aber man sollte doch besser gleich nur ETFs kaufen, um breit genug diversifiziert zu sein. Auf Twitter habe ich als Grenze auch schon sechs verschiedene Aktien gesehen oder aber auch fast 100.

Bis hierhin hilft einem das also bei der Lösungssuche alles nicht so wirklich weiter. Wie immer an dieser Stelle werde ich also mal versuchen meine eigene Vorgehensweise und meine Überlegungen zu diesem Thema aufs digitale Papier zu bringen.

Aktuell 20 Einzelaktien im AktienTraum Depot

In meinem Depot finden sich aktuell 20 Einzelaktien und noch vier verschiedene ETFs. Dabei möchte ich die ETFs an dieser Stelle gar nich so sehr betrachten, obwohl diese natürlich sehr positiv zur Diversifikation meines Gesamt-Portfolios beitragen. ETFs machen dabei knapp 50% meines Portfolios aus.

Aber zurück zu den Einzelaktien: 20 klingt nach einer schönen runden Zahl und somit könnte man glauben das wäre bei mir eine Obergrenze für die Anzahl der Einzeltitel. Das ist allerdings nicht der Fall, sondern ist eine eher zufällige Anzahl zu dem Zeitpunkt an dem dieser Blogbeitrag entsteht.

Für ein Dividenden-Depot – und um ein solches handelt es sich hier ja – sehe ich erstmal nicht zwingend eine Obergrenze bei den Einzeltiteln. Einfaches Beispiel: Habe ich 100 Aktien von Unternehmen A mit einer Dividendenrendite von 3% oder 10 Aktien von 10 verschiedenen Unternehmen mit im Schnitt 3% Dividendenrendite, so macht das für meine Dividende erstmal keinen Unterschied.

Meiner Meinung nach wäre es allerdings schon extrem unklug alles auf ein Unternehmen zu setzen, denn damit ist natürlich auch das Risiko eines Totalverlusts extrem hoch.

Welche Anzahl man hier als Minimum bzw. Maximum ansieht, hängt auch stark von den Unternehmen ab in welche man investiert. Persönlich versuche ich hier eine eher defensive Auswahl zu treffen, aber das bewertet sicherlich jeder auch individuell ein Stück weit unterschiedlich. Letzten Endes muß man sich mit den Unternehmen im eigenen Depot wohl fühlen.

Den Überblick behalten

Ein weiterer Aspekt ist sicherlich alle Unternehmen “im Blick” zu behalten. Gibt es vielleicht eine Entwicklung bei einem Unternehmen, die mich meine Investmententscheidung noch einmal hinterfragen läßt? Oder macht gerade ein Nachkauf Sinn? Wie sieht es mit den Quartalszahlen und Geschäftsberichten aus.

Auch das ist sicherlich eine Frage des eigenen Anspruchs. Wie detailliert verfolge ich alle diese Punkte für jedes Unternehmen oder reicht es mir aus wenn mich relevante Informationen (positive oder negative) erst aus den Mainstream-Medien anlachen?

Hier befinde ich mich, würde ich sagen, irgendwo auf einem Mittelweg. Ich verfolge nicht für jedes Unternehmen in das ich investiert bin akribisch alle Zahlen.

Aber ich versuche doch regelmäßig Neuigkeiten und die Tendenz aus aktuellen Geschäftsberichten mitzubekommen. Die Betonung liegt hier aber auch wirklich auf versuchen, denn mir gehen hier ganz sicher auch immer wieder Berichte durch die Lappen.

Psychologie

Gerne schlägt bei diesem Thema auch so ein Stück weit die Psychologie zu. Zumindest bei mir. Bin ich bereits in ein Unternehmen investiert und der Kurs ist sagen wir mal um 12% gestiegen. Dann würde ich ja jetzt meinen Einkaufspreis verteuern, wenn ich weitere Anteile dieses Unternehmens kaufe. Ein Problem, daß ich “elegant” umgehen kann, indem ich einfach in ein komplett neues Unternehmen investiere.

Das macht natürlich nur sehr bedingt Sinn und gerade als Dividenden-Investor sind Kursgewinne ja nicht das absolut vorrangige Ziel (aber trotzdem sehr erfreulich). Aber letzten Endes sollten die Kurse von “meinen” Unternehmen ja auch steigen, schliesslich bin ich zu 100% von diesen Unternehmen überzeugt.

Und somit kann natürlich auch ein Nachkauf absolut Sinn machen, auch wenn sich dadurch der Einstiegskurs verschlechtert. Es wäre ja auch verrückt – und extremes Market Timing – nur nach zu kaufen, wenn ich bei oder unter meinem Einstandskurs liege. Vielleicht passiert das über Jahre nicht.

Zum Glück – so empfinde ich es zumindest – befreie ich ich mehr und mehr von diesem psychologischen Problem. So habe ich diesen Monat schon glücklich Pepsi und Coca-Cola nach gekauft, auch wenn ich dadurch meinen Kaufpreis jeweils erhöht habe.

Und das wird sicherlich für die verschiedenen Aktien in meinem Depot in den nächsten Jahren noch viele viele Male passieren.

Fazit

Wird es bei 20 Einzelaktien im meinem Depot bleiben? Sicherlich nicht! Dafür habe ich einfach jetzt schon zu viele Unternehmen auf der Watchlist, in die ich auch gerne investiert wäre. Auf der anderen Seite gibt es nach meinen letzten Verkäufen aktuell keine Titel, die bei mir auf der Kippe stehen würden.

Habe ich eine Obergrenze für die Anzahl der Einzeltitel im Kopf? Auch das nicht wirklich! Vielleicht werden es am Ende – was immer das bedeutet 😉 – 30 Einzeltitel sein oder aber auch 50. So oder so würde es für mich passen. Oder anders gesagt vertraue ich darauf, daß ich so investieren werde, daß es weiterhin für mich passt.

Dazu gehört natürlich auch, daß der Zeitaufwand für das Depot mir nicht über den Kopf wachsen darf. Da es aber auch viel Spaß macht, sehe ich da im Moment keinerlei Gefahr.


Haftungsausschluss: Bei AktienTraum handelt es sich um eine rein private Seite zu Unterhaltungszwecken. Dies ist in keiner Form eine Anlageberatung und die behandelten Themen stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder anderen Wertpapieren da.

2 Gedanken zu „Was ist die optimale Anzahl verschiedener Aktien im Depot?“

  1. Guten Abend und danke für das Teilen deiner Ansicht!

    Ist die Anzahl der Titel im Depot relevant? Ich meine so relevant, dass ich meine Investmententscheidungen daran ausrichte? (UPS! Einundzwanzig!! Mist! Schnell alle BASF verkaufen!!!)

    Das Depot atmet auf ganz natürlich Weise, mal sind es nur 6, aber manchmal auch 30 Titel, je nach Marktlage und Gelegenheit. Dennoch unterstütze ich die Ansicht, dass mit steigender Titelanzahl im Depot die Blicktiefe abnimmt. Jeder hat nur eine gewisse Kapazität für Informationen.

    Wir können uns aber vielleicht darauf einigen, dass jede Anzahl unter 2 zu wenig ist. 🙂

    Viele Grüße

    V. Bouvier

    1. Vielen Dank fürs Kommentieren und absolut so war es gemeint … eine harte Obergrenze macht nicht wirklich Sinn … ob die Untergrenze wirklich bei 2 liegt könnte man noch diskutieren 😉 … bei einem Buy & Hold Investor atmet das Depot vermutlich nicht ganz so stark, aber die Analogie mit dem Atmen gefällt mir hier trotzdem sehr gut 🙂

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