Börsenbegriffe – KGV (P/E)

Das KGV ist wohl eines der grundlegendsten Bewertungskriterien für Aktien. Es ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis und berechnet sich aus dem Aktienkurs geteilt durch den Gewinn pro Aktie. Der englischsprachige Begriff hierfür ist Price/Earnings Ratio (P/E).

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis lässt sich also sehr einfach berechnen. Die Formel hierfür lautet wie folgt:

KGV = \frac{Aktienkurs}{Gewinn\ pro\ Aktie}

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Der Aktienkurs wird hierbei in Relation zum Gewinn pro Aktie (nach Steuern) gesetzt. Der betrachtet Zeitraum ist normalerweise ein Jahr. Das Ergebnis lässt Rückschlüsse auf die Bewertung – und damit auf das Kurspotential – einer Aktie zu.

Bei einem KGV von 12 würde ein Unternehmen – bei gleichbleibenden Gewinnen – 12 Jahre benötigen, bis es seinen aktuellen Börsenwert erwirtschaftet hat.

Was ist ein gutes KGV?

Prinzipiell gilt eine Aktie mit einem niedrigen KGV als eher günstig und eine Aktie mit einem hohen KGV als eher überteuert. Dabei liegt eine faire Bewertung bei einem KGV von 15 vor (so scheint zumindest die vorherrschende Meinung). Wenn es allerdings wirklich so trivial wäre, dann wären wir doch alle längst Aktien-Millionäre.

Daher muss das KGV immer in einem größeren Kontext betrachtet werden. Insbesondere da hier nur eine Aussage über die Vergangenheit bzw. den Ist-Zustand eines Unternehmens getroffen wird. Dazu haben die Branche in der ein Unternehmen tätig ist und die Unterscheidung zwischen Growth- und Value-Aktien einen Einfluss auf die Bewertung des KGVs. Sicherlich könnte man noch eine Reihe weiterer Faktoren aufführen.

Somit kann es vor allen Dingen Sinn machen das KGV eines Unternehmens mit dem KGV vergleichbarer Unternehmen (der sog. Peer Group) zu vergleichen. Also z.B. eine PepsiCo mit einer Coca-Cola oder auch einer Kraft Heinz, aber sicherlich nicht mit einer Tesla-Aktie.

Konkretes Beispiel – KGV PepsiCo 2020

Schauen wir uns als konkretes Beispiel das KGV von PepsiCo zum Jahresende 2020 an. Solche Werte lassen sich auf verschiedenen Seiten im Internet finden. Ich schaue für historische Werte ganz gerne bei finanzen.net. Dort ist bei PepsiCo für 2020 ein KGV von 28,36 ausgewiesen.

Sammeln wir uns mal die für die Berechnungen notwendigen Werte zusammen. Das ist einmal der Abschlusskurs für das Jahr 2020 mit $148,30 und ein Gewinn pro Aktie von $5,14. Damit ergibt sich:

KGV = \frac{148,30}{5,14} = 28,85

Damit sind wir mit unserer eigenen Berechnung denke ich nahe genug dran. Vermutlich habe ich nicht den 100%-tig richtigen Abschlusskurs für 2020 gefunden und beim Gewinn wird ja immer auch nochmal unterschieden zwischen verwässert und nicht verwässert.

Aktuelles KGV für ein Unternehmen finden

Es macht für Privatanleger wohl in den seltensten Fällen Sinn, das KGV für ein Unternehmen selber zu berechnen. Dafür gibt es genügend Seiten im Internet, die uns diese Arbeit abnehmen. Zumal man ansonsten ja ohnehin zumindest immer erstmal den Gewinn recherchieren müsste.

MarketScreener und Aktienfinder sind zweit gute Möglichkeiten das aktuelle bzw. geschätzte KGV für ein Unternehmen heraus zu finden. Dabei liefert Aktienfinder allerdings nur eine beschränkte Auswahl an Unternehmen kostenlos und erfordert danach ein monatliches Abo. Bei MarketScreener muss man je nach Nutzungshäufigkeit ggf. einen kostenfreien Account anlegen.

Beide Seiten liefern neben dem KGV natürlich noch eine Menge weiterer hilfreicher Kennzahlen für Aktien-Unternehmen.

Triff gute Entscheidungen!

  • Nutze das KGV als eine – aber niemals alleinige – Kennzahl bei der Bewertung eines Unternehmens.
  • Bedenke: Das KGV beschreibt die Vergangenheit oder den Ist-Zustand eines Unternehmens. Es muss in der Zukunft nicht zwingende so weiter gehen.
  • Das KGV schwankt abhängig von Branchen. Es macht Sinn das KGV für Unternehmen derselben Peer Group zu vergleichen.
  • Das KGV von Wachstumswerten lässt sich im Prinzip kaum mit dem KGV von Value-Aktien vergleichen.
  • Prüfe immer den Zeitraum für den das KGV berechnet (bzw. geschätzt) wurde.
  • Die Berechnung des KGVs kann variieren (Zeitraum, bilanzierter vs. bereinigter Gewinn, etc.).
  • Vergleiche die KGV-Werte von verschiedenen Plattformen für ein Unternehmen und prüfe ob es große Schwankungen gibt.
  • Macht ein Unternehmen Verluste wird das KGV negativ. In diesem Fall verliert es im Prinzip seine Aussagekraft.
  • Für REITs kann die KGV-Formel irreführend sein. Hier gibt es einen Artikel zu dieser Problematik.
  • Betreibe weitergehende Recherchen zum Thema KGV und natürlich auch ganz allgemein.

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