Intel Aktie – Ein Blick auf die Technik

Seit dem letzten Monat ist Intel bei mir im Depot und vor kurzem habe ich einen Rücksetzer für einen weiteren Nachkauf genutzt.

Danach kam allerdings direkt der nächste Rücksetzer. Das ist sicherlich einer dieser Gründe warum Market Timing – zumindest für mich – nicht funktioniert. Ehrlicherweise muss ich an dieser Stelle aber auch anmerken, dass auf Twitter mehrere Leute – die sich definitiv besser auskennen als ich das tue – durchaus ein solches Szenario haben kommen sehen.

Im Chart sieht das Ganze dann aktuell wie folgt aus. Schauen wir mal wann der Abwärtstrend durchbrochen wird.

Intel Aktienkurs – Stand 26.10.2021

Kurzfristig war es also wahrscheinlich keine so wirklich gute Idee hauptsächlich auf die neuen Produkte bei Intel zu schauen und dabei Börsensignale – soweit ich diese überhaupt deuten könnte – zu ignorieren.

Trotzdem möchte ich in diesem Artikel einmal versuchen darzulegen, was mich denn überhaupt bewogen hat in Intel zu investieren. Dies waren – wie bereits erwähnt – hauptsächlich technische Gründe.

Schauen wir aber vorher noch auf einen anderen aktuellen Punkt, nämlich …

Apple kickt Intel

Eine schlechte Nachricht für Intel war mit Sicherheit der M1 Prozessor von Apple. Nicht nur nutzt Apple somit in naher Zukunft keine Intel-Prozessoren mehr in seinen Produkten, sondern es hatte auch den Anschein, dass die M1-Prozessoren (inklusive M1 Pro und M1 Max) den Intel-Prozessoren (haushoch) überlegen sind.

Sicherlich ist es eine große Stärke von Apple ein System aus einem Guss zu bauen und damit auch eine optimale Performance zu erzielen. Dabei sind eigene Prozessoren natürlich von Vorteil und bieten sicherlich auch Kostenvorteile.

Verschiedene Berichte im Internet gehen davon aus, dass Apple 10% Marktanteil für Intel im Notebookbereich ausgemacht hat. Diese gehen jetzt recht sang und klanglos verloren. Diese 10% Marktanteil gehen aber auch nicht an den direkten Konkurrenten AMD, sondern mit Apple-Silicon-Chips ist hier schlicht ein neuer Spieler am Markt aufgetaucht.

Wie im verlinkten heise-Artikel dargelegt, versucht Intel aber zumindest als Auftragsfertiger bei Apple wieder einen Fuß in die Tür zu bekommen. Aktuell befindet sich Apple dort in einer recht starken Abhängigkeit zu Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC).

Alder Lake Prozessoren

Das Apple-Thema ist definitiv kein Aspekt, der zu einem Kauf der Intel-Aktie motiviert. Im Gegenteil ist dies sicherlich einer der Gründe weshalb die Intel-Aktie unter Druck geraten ist.

Intel hat aber mit den Alder Lake Prozessoren eine neue CPU-Generation in der Pipeline, welche durchaus die Chance hat ein großer Wurf zu werden.

Dabei wird insbesondere das Big/Little Hybrid-Konzept hervorgehoben. Das heisst es gibt Performance- und Efficiency-Cores. Dies soll die Leistung maximieren und dabei den Stromverbrauch minimieren. Unter anderem bei Golem gibt es hierzu ausführlichere Informationen.

Benchmarks sind ja immer so eine Sache. Und wie weiter oben bereits erwähnt kommt es immer auch auf das Gesamtpaket an.

Die neuen Alder Lake Prozessoren können aber wie es aussieht definitiv mit dem neuen Apple M1 Max Schritt halten oder haben die Nase sogar leicht vorne. Auch gegenüber den aktuellen Mobil-Prozessoren von AMD scheint Intel hier gut gerüstet.

Hier begebe ich mich mit Sicherheit auf dünnes Eis, denn Prozessoren und Chip-Hersteller sind immer auch ein emotionales Thema. Früher (sehr viel früher) war ich selber großer AMD-Fan, da es so ein wenig den Charme des Underdogs hatte.

Heute bin ich bekennender Apple-Jünger und freue mich auf mein zukünftiges MacBook Pro mit M1-Prozessor. Ich denke allerdings alle diese Prozessoren sind wirklich gut und es wird immer auf das Gesamtsystem und auch ein wenig auf persönliche Vorlieben ankommen.

Wobei man nicht unterschätzen sollte, dass es den meisten Leuten auch schlicht egal ist welcher Prozessor da sein Werk verrichtet. Da kommt es dann eher auf den Preis an oder es wird nach ganz anderen Kriterien entschieden.

Letzen Endes sehe ich Intel (wieder) absolut auf Augenhöhe mit der Konkurrenz und entsprechende Marktanteile werden sicherlich auch eine Frage der Preisgestaltung sein. Nach meiner Einschätzung hat Intel hier sehr gutes Potential für die Zukunft.

Grafikkarte Alchemist – ARC

Auch im Grafikkarten-Segment steht Intel mit der ARC Grafikkarte mit einem neuen Produkt in den Startlöchern.

Diese soll sich wohl im ersten Schritt nicht mit den HighEnd-Grafikkarten der direkten Konkurrenz von Nvidia und AMD messen, sondern ist im Segment darunter angesiedelt.

Für mich ist dies auch durchaus das interessantere Segment, da ja nicht jeder ein absoluter Hardcore-Gamer ist. Intel will sich hier aber auch erstmal wieder stärker in den Bereich der Grafikkarten vortasten.

Anders als Nvidia will Intel hier auch keine Drosselung beim Crypto-Mining implementieren. Und Crypto-Mining ist mittlerweile ja ein durchaus relevanter Markt für Grafikkarten. Das kann man gut oder schlecht finden, aber es ist heutzutage schlicht eine Tatsache.

Auch hier wird es spannend werden, ob Intel der Konkurrenz hier Marktanteile abjagen kann. Es ist natürlich so ein Stück weit der Blick in die berühmte Glaskugel, aber ich denke der Markt ist groß genug, so dass Intel hier auch punkten kann.

Dafür werden wir uns aber noch bis zum ersten Quartal 2022 gedulden müssen, denn das ist der geplante Verkaufsstart der neuen ARC-Grafikkarten.

Data-Centric Business

Neben dem PC-Geschäft (CCG = Client Computing Group) gibt es auch noch das Geschäft mit den Datenzentren und allem was dazu gehört. Eine Übersicht über die Aufteilung der Segmente findet sich hier.

Ich fürchte für einen Finanz-Blog war der Artikel bis hierhin schon ein ziemlicher Technik-Overkill.

Deshalb sei an dieser Stelle nur noch kurz erwähnt, dass Intel auch im Server-Segment im kommenden Jahr mit Sapphire Rapids eine neue Xeon-CPU für Server am Start hat.

Allerdings wird hier nicht das Big/Little-Konzept aus den Consumer-CPUs umgesetzt. Stattdessen setzt Intel hier voll auf die größeren Performance-Cores was natürlich insgesamt Einfluss auf die Chipgröße hat. Damit könnte AMD hier die Nase vorn behalten, allerdings traue ich mir hier nicht wirklich eine finale Beurteilung zu.

Positiv sehe ich, dass auch im Server-Bereich eine neue CPU-Generation heraus kommt auf welche Intel in den kommenden Jahren aufsetzen kann. Hier kann man bei Bedarf auch noch ein wenig Werbung dazu lesen.

Fazit

Mit Intel habe ich mir jetzt sicherlich nicht den am hellsten strahlenden Chiphersteller am Börsenfirmament ins Depot geholt. Hier würden viele sicherlich eher zu einer Nvidia greifen, die ja gefühlt fast schon so ein wenig der Tesla unter den Chip-Herstellern ist.

Für mich sind die oben aufgeführten Produkte aber Grund genug sehr optimistisch auf meine Intel-Investition zu schauen. Sicherlich sind diese keine absoluten Selbstläufer, dafür ist der Markt aber auch zu umkämpft. Aber ich denke mittel- und langfristig kann Intel hier in jedem der Marksegmente mehr als nur bestehen.

Zu guter Letzt kommt Intel auf eine aktuelle Dividendenrendite von 2,8% und hat bisher noch nie eine Dividendenkürzung vorgenommen. Für mich als Dividendenjäger ist das natürlich auch ein Argument.

AMD zahlt keine Dividenden und die Dividende von Nvidia ist nicht wirklich der Rede wert.

Somit sehe ich es erstmal recht gelassen, daß ich mit Intel nach dem heutigen Tag knapp 7% im Minus liege und werde mit großer Spannung die weitere Entwicklung der einzelnen Produkte verfolgen.

Fast schon wie zu alten Gamer-Zeiten!


Haftungsausschluss: Bei AktienTraum handelt es sich um eine rein private Seite zu Unterhaltungszwecken. Dies ist in keiner Form eine Anlageberatung und die behandelten Themen stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Aktien oder anderen Wertpapieren da.

2 Gedanken zu „Intel Aktie – Ein Blick auf die Technik

  1. Pingback: Portfolio Update - Oktober 2021 - AktienTraum

  2. Pingback: Portfolio Update - Juli 2022 - AktienTraum

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.