Bitcoin – Endgame

Endlich kann ich auch mal einen Artikel mit so einem richtig schönen Clickbait-Titel schreiben. Und dann noch eine Referenz zum Marvel Cinematic Universe. Der Tag kann kaum mehr besser werden und dafür möchte ich Elon Musk – auch wenn er das wohl nie lesen wird – an dieser Stelle von Herzen danken.

Doch werfen wir erstmal einen kurzen Blick auf die Chronologie der Ereignisse. Im Februar diesen Jahres hat Elon Musk angekündigt. daß Tesla 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert hat und Bitcoin auch als Zahlungsmittel für Autokäufe akzeptieren wird. Der Kurs hat daraufhin einen recht rasanten Anstieg hingelegt.

Bitcoin – EUR Kurs – Google Finanzen Stand 18. Mai 2021

Jetzt spoilert der Chart allerdings leider auch schon den Lauf der weiteren Ereignisse. Denn vor einigen Tagen hat Elon Musk nun festgestellt, daß Bitcoin-Mining nicht gerade wenig Strom verbraucht – und wer weiß schon wo dieser Strom her kommt – und sich das nicht mit seinem Gewissen und/oder dem Geschäftsmodell von Tesla vereinbaren lässt. Also Kommando zurück und auch keine Akzeptanz von Bitcoins mehr bei einem Teslakauf.

Wie immer ein wichtiger Hinweis vorweg. Ich bin nur ein kleiner Privatanleger, der sich hier ein paar Gedanken zu dem großen Rad der Cryptowährungen macht. Hierauf sollte niemand seine Entscheidungen gründen und das ist keine Empfehlung irgendetwas zu tun oder nicht zu tun.

Jetzt kann man über Markmanipulation lamentieren – wobei Tesla angeblich keinen einzigen Bitcoin verkauft haben soll – und sich über einen Elon Musk aufregen, der mit seinen Tweets scheinbar ein Stück weit den Crypto-Markt steuert. All das hilft einem aber leider nicht wirklich weiter. Persönlich finde ich es einfach nur erstaunlich, wie ein so erfolgreicher Geschäftsmann wie Elon Musk, Entscheidungen scheinbar so spontan und uninformiert treffen kann. Letzten Endes wird man aber wohl nie wirklich erfahren, was da genau hinter steckt. Sei es drum.

Bitcoin am Ende?

Die nächste reißerische Überschrift, heute habe ich es echt drauf! Elon Musk hat sicherlich – und leider – einen gewissen Einfluß auf den Kursverlauf beim Bitcoin und auch anderen Cryptowährungen. Aber persönlich glaube ich nicht, daß er jetzt mal eben im Vorbeigehen das Ende des Bitcoins eingeläutet hat. Auch hier muß man mal ein wenig realistisch auf das obige Chart schauen und wird feststellen: Seit Beginn des Jahres steht hier immer noch ein dickes Plus.

Die Erwartungen bei Cryptowährungen sind insgesamt – und beim Bitcoin im speziellen – einfach unfassbar hoch. Und auch ich bin zu einem höheren Kurs eingestiegen, war schonmal knapp 20% im Plus und bin jetzt halt 15% im Minus. Darauf habe ich mich beim Kauf eingestellt. Hier habe ich auch völlig andere Erwartungen und akzeptiere ganz andere Schwankungen als ich das bei meinem – meiner Meinung nach – eher konservativ ausgelegtem Aktien- und ETF-Depot tun würde. Crypto ist halt die 1%- bis 2%-Spielwiese im Depot. Andere kaufen stattdessen halt GameStop oder PlugPower in ein Casino-Portfolio.

Für mich bleibt Bitcoin aufgrund seiner Limitierung in der Stückzahl so etwas wie digitales Gold. Es ist für mich immer der Vergleich, der noch am ehesten passt. Unsere Welt wird immer digitaler und ganz ehrlich: Mit einem Goldbarren kann ich am Ende des Tages auch nichts mehr anfangen, wenn die Vereinbarung in der Gesellschaft aufgelöst wird, daß Gold einen besonderen Wert hat. So sehe ich es auch beim Bitcoin.

Es gibt aber dennoch einen großen Unterschied: Gold ist als Wertspeicher vollständig akzeptiert und ein kompletter Umschwung ist hier eher unwahrscheinlich (bin nicht in Gold investiert).

Der Bitcoin ist so gesehen noch brandneu und es schwirren immer wieder Vermutungen durch die Crypto-Bubble, daß Zentralbanken oder Staaten Cryptowährungen verbieten oder übermäßig regulieren könnten. Ja das kann passieren, aber persönlich halte ich es für eher unwahrscheinlich. Sonst wäre ich auch nicht investiert. Aufgrund der vermutlich fatalen Auswirkungen – sollte ein solcher Fall doch eintreten – sind es eben nur 1% bis 2% im Portfolio und nicht mehr.

Shitcoins und das schnelle Geld

Laut Google gibt es mittlerweile wohl weltweit ca. 5.000 Cryptowährungen. Viele davon liegen bei einem Wert – wenn man denn von einem Wert sprechen möchte – von weniger als einem Cent. Waschechte Crypto-Trader – vielleicht auch mit einer Prise Glück – können damit vielleicht Geld verdienen. Ich denke die Mehrheit der Anleger wird hier aber einfach nur in Lichtgeschwindigkeit Geld verlieren

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an aktien22 auf Twitter für den folgenden Ausschnitt einer Twitter Konversation mit dem Schöpfer des dogecoin. Ich bin aus dem Lachen nicht mehr heraus gekommen und es verdeutlicht sehr schön den ganzen Irrsinn, den es definitiv im Bereich der Cryptowährungen gibt.

Creator of dogecoin (no longer on project)

Das fasst es denke ich ziemlich gut zusammen. Und nur zur Erinnerung: Den dogecoin hat Elon Musk zwischendurch auch extrem gehyped. Allerdings verfolge ich das einfach überhaupt nicht, da ich keinerlei Interesse an dieser Art Crypto-Glücksspiel habe. Mir reicht an dieser Stelle schon das Casino-Feeling bei den vermeintlich “seriösen” Cryptowährungen.

Fazit

Für die Einen sind es beim Bitcoin aktuell Nachkaufkurse, während andere Anleger auf einmal – mit Schrecken – merken wie volatil die ganze Crypto-Kiste wirklich ist. Meine Crypto-Investments für diesen Monat sind durch und ich werde hier auch nicht wieder vorgreifen. Im kommenden Monat wird wieder – für 1% bis 2% nach gekauft. Mal sehen wo wir dann stehen.

In meinem Hinterkopf gibt es ein Ausstiegs-Szenario bei meinem Crypto-Investment, daß ich hier nicht verheimlichen möchte. Steigen die Kurse wirklich rapide – dabei habe ich mir noch keine Zahl gesetzt wann das für mich der Fall sein wird – werde ich mein investiertes Geld wieder raus holen und den Rest dann einfach liegen lassen.

In der Tat bin ich ganz froh frühzeitig neben Bitcoin auch in Ethereum investiert zu haben. Meine kleine Diversifikation im Crypto-Portfolio. Es sind die beiden Cryptowährungen, die für mich den meisten Sinn ergeben. Bitcoin aufgrund der absoluten Limitierung in der Stückzahl und Ethereum unter anderem wegen Anwendungsgebieten wie den Non-fungible Tokens.

Hätte ich eine Glaskugel wäre ich entweder all-in oder längst raus aus der Crypto-Geschichte. So betrachte ich das Geschehen trotzdem recht entspannt und mit einer gewissen Faszination. Eins ist sicher: Am Ende – wann immer das sein wird – werde ich mich ärgern: Geht es komplett den Bach runter werde ich mich sicherlich auch über den Verlust der relativ kleinen investierten Summe ärgern. Geht es durch die Decke dann ärgere ich mich nicht mehr investiert zu haben.

Fazit: Man kann es beim Investieren (in Crypto) unmöglich richtig machen :wink: .

2 Gedanken zu „Bitcoin – Endgame

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